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Do. 23.11.: Seenotrettung. Informationsveranstaltung mit jugend rettet

JUGEND RETTET ist ein Netzwerk junger Menschen, die sich organisiert haben um gegen das Sterben im Mittelmeer anzukämpfen. Mir ihrem Schiff IUVENTA haben sie bereits mehr als 14.000 Menschen aus Seenot gerettet und damit der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer und dem kollektiven politischen Versagen an den europäischen Außengrenzen entgegengewirkt.

Wir freuen uns auf Julian Köberer (Jugend Rettet e.V.), der von seinen Erlebnissen auf der IUVENTA berichtet, sowie Lennart Wegener, der eine kurze Einordnung des internationalen Seerechts vornehmen wird.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme.

Datum: 27.11.17
Ort: ZHG 003
Uhrzeit: 18 Uhr

Treffen heute (Mi. 15.11.): abgesagt

Hin und wieder kommt uns ja etwas dazwischen: Heute ist so ein Tag. Recht kurzfristig haben viele beschlossen, dass eine Veranstaltung der BG Medizin sehr spannend ist. Blöderweise ist die genau zu unserem Termin um 18 Uhr. Aber manchmal kommt es eben so. Deshalb fällt heute unser Treffen aus und wir sind stattdessen bei der Podiumsdisskusion ‚Pränataldiagnostik‘ – kommt doch auch vorbei!

Aus der Ankündigung der BG Medizin:

Mittwoch, 15. November | 18:00 Uhr | Uniklinikum Göttingen Osthalle
Basisgruppe Medizin Göttingen

Viele denken beim Stichwort „Pränataldiagnostik“ zuerst an Präimplantationsdiagnostik im Rahmen einer künstlichen Befruchtung. Allerdings ist Pränataldiagnostik im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen weit verbreitet und wird flächendeckend in gynäkologischen Praxen angeboten. Ein Beispiel der Tripple-Test zur Detektierung einer Trisomie 21. Ein „auffälliges“ Ergebnis nach einer der scheinbaren Routineuntersuchungen zieht eine Kaskade von Untersuchungen nach sich. Am Ende können Schwangere vor der Entscheidung eines Schwangerschaftsabbruchs stehen. Viele Frauen entscheidet sich gegen die Fortsetzung einer Schwangerschaft, wenn bei dem Fetus eine Trisomie 21 diagnostiziert wurde. Die Indikation zum Schwangerschaftsabbruch wird aufgrund der mütterlichen (psychischen) Gesundheit gestellt. Der Abbruch ist somit theoretisch in jeder Phase der Schwangerschaft möglich. Rechtskonservative Gruppierungen nutzen diesen Umstand, um die Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen grundsätzlich anzugreifen. Sie bezeichnen sich dabei selbst als „Lebensschützer“ und setzen Abtreibungen mit Mord gleich. Feministische Ansätze greifen mit dem alleinigen Verweis auf die körperliche Selbstbestimmung oft zu kurz, um ihnen wirkungsvoll etwas entgegensetzen zu können. VertreterInnen der Behindertenbewegung kritisieren hierbei zu Recht, dass die Wertmaßstäbe, anhand derer sich für oder gegen die Austragung einer Schwangerschaft entschieden wird, keine individuellen sind, sondern gesellschaftlich vorgegeben sind – entsprechend müssen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen „Behinderung“ als etwas unbedingt Abzuwendendes gesehen wird, mit kritisiert werden.

Anhand einer Podiumsdiskussion wollen wir einen genaueren Blick auf das Thema werfen. Als Referentin haben wir die feministische Autorin und Soziologin Kirsten Achtelik eingeladen, die sich mit den Berührungspunkten sowie den Spannungsfeldern der Frauen- und der Behindertenbewegung beschäftigt. Außerdem werden der Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums, Professor Knut Brockmann, Uwe Bretthauer, Vertreter des Vereins „Flügelschlag – für das neurologisch kranke Kind e.V.“, Dr. Petra Blankenstein, Vertreterin des Vereins „LEONA – Verein für Eltern chromosomal geschädigter Kinder e.V.“ sowie Professor Bernd Wollnik, Leiter des Instituts für Humangenetik der UMG zu Gast sein und ihre jeweils eigenen Blickwinkel auf das Thema darstellen.

Wir freuen uns gemeinsam mit unseren DozentInnen und interessierten BesucherInnen in eine fundierte und spannende Diskussion einzusteigen.

Gegen Sexismus in der juristischen Lehre

Wir beziehen solidarisch Stellung zu einem offenen Brief (PDF), der sich an der juristischen Fakultät in Göttingen gegen Sexismus in der juristischen Lehre gewandt hat. Dieser Stellungnahme schließen sich das Referat für Gender & Diversity das AStA der Universität Göttingen und auch der AStA der Universität Göttingen als ganzes an.

Im Wortlaut:

RE: OFFENER BRIEF AN DIE JURISTISCHE FAKULTÄT

In der Nacht vom 21. auf den 22. Mai ist ein offener Brief an Studierende und Dozierende der Juristischen Fakultät aufgetaucht. Es handelt sich um einen Appell, die Lehre auch an der Juristischen Fakultät endlich geschlechtergerechter zu gestalten, anstatt konservative und sexistische Weltbilder zu reproduzieren.

Der Brief wurde in großem Umfang veröffentlicht und an die Büros des Juridicums und der juristischen Abteilungen im Blauen Turm geklebt. Diese Form der Artikulation zeigt in aller Deutlichkeit, wie dringend notwendig die Beschäftigung mit Sexismus im juristischen Studium ist, und wie gering das Problembewusstsein und die Bereitschaft seitens der Lehrenden, sich mit dieser Problematik zu beschäftigen, zu sein scheint.

Mit dieser Stellungnahme möch ten wir uns mit der Veröffentlichung solidarisch erklären und unterstützen ihr Anliegen. Denn auch wir empfinden die sprachliche und inhaltliche Beschaffenheit von Fallbeispielen und Sachverhalten als höchst problematisch. So zeugt der Fakt, dass dort in erster Linie männliche* Akteure auftreten, von einem Androzentrismus, der keinerlei Funktion für den konkreten Fall erfüllt, sondern lediglich gesellschaftliche Machtverhältnisse unhinterfragt (re)produziert. Dadurch dominieren typisierte und vergeschlechtlichte Rollenzuschreibungen wie der Täter, der Käufer und die Kassiererin die Denkmuster der Studierenden. Beziehungskonstellationen sind fast ausschließlich heterosexuell ausgestaltet. Nicht weniger problematisch ist es, dass die Standardfälle von straffällig gewordenen Nicht-Akademiker*innen durchzogen sind, wie etwa dem unterschlagenden LKW-Fahrer oder der stehlenden Putzkraft. Identitäten jenseits der binären Geschlechtervorstellungen von Mann und Frau werden völlig ausgeklammert.

Mit Blick auf diese Missstände sollten wir uns fragen: Wie weit reicht das Ideal der präzisen juristischen Sprache wirklich? Wie lange wird es die Juristische Fakultät der Universität Göttingen noch versäumen, eine in universitären[1] Kreisen oder auch der Verwaltungssprache[2] längst gängige sprachliche Sensibilität zu kultivieren und flächendeckend ein antidiskriminierendes Sprachhandeln zu etablieren?

Mit der Zielvorgabe „Aufbrechen geschlechtsspezifischer Stereotype in Fallbeispielen und Übungstexten; Überarbeitung von Unterrichtsmaterialien“ hat die Juristische Fakultät im Rahmenplan zur Gleichstellung bereits anerkannt, dass Diskriminierung durch stereotypisierte Darstellungen vorherrscht und dieser entgegengewirkt werden muss.[3]

Wir fordern deshalb:
• Geschlechtergerechte Sprache statt Verwendung des generischen Maskulinums!
• Raum für Identitäten jenseits der binären Heteronorm!
• Schluss mit sexistischen, rassistischen und sozialchauvinistischen Stereotypen – Schluss mit der Reproduktion intersektionaler Diskriminierung!
• Berührungsängsten und Unsicherheiten bzgl. diskriminierungsfreier Sprache entgegenwirken durch Workshops und Infoveranstaltungen!

Alle Materialien der juristischen Lehre müssen grundlegend überarbeitet, ein Bewusstsein für diskriminierende Sprach- und Verhaltensweisen geschaffen und auch in gesprochener Sprache deutlich gemacht werden. Auch in Zukunft muss die Ausrichtung der juristischen Lehre beständig nach diesen Maßstäben reflektiert werden.

[1] Geschlechtergerechte Sprache an Universitäten – Richtlinien:
https://www.uni-hamburg.de/…/geschlechtergerechte-sprache.pdf
https://www.hu-berlin.de/…/geschlechtergerechte-sprache
[2] Geschlechtergerechte Verwaltungssprache – Gesetzesgrundlagen:
http://www.voris.niedersachsen.de/… (Niedersachsen)
https://beck-online.beck.de/… (Hamburg)
https://beck-online.beck.de/… (Sachsen-Anhalt)
[3] Gleichstellungsplan der juristischen Fakultät 2015, 4.a) Aufbrechen traditioneller Rollenzuschreibungen in Fallbeispielen und Übungstexten http://www.uni-goettingen.de/…/Rahmenplan%20Gleichstellung.pdf

Treffen heute: auswärts

Hin und wieder finden unsere Treffen mal nicht im Autonomicum statt. Heute – am 24. Mai 2017 – ist so ein Tag. Wenn du trotzdem eigentlich fest geplant hast, heute vorbei zu schauen, dann schreib‘ uns doch am besten eine Mail und wir klären dann, wo es stattdessen hingeht: bg-jura@web.de

„Mindermeinung“ Mai 2017 erschienen!

Lange ist es her, dass zuletzt unsere Publikation „Mindermeinung“ erschienen ist (trotzdem sind die alten Ausgaben sicher interessant – und hier unter „Mindermeinung“ auf der Homepage zu finden!). Jetzt haben wir es aber wieder geschafft, auch, weil uns das Hauptthema nun auf einigen Treffen in Diskussionen umgetrieben hat. Wir hoffen, dass wir auch euch etwas Einblick in die Verschärfung der §§113f. StGB bieten können – und ihr vielleicht auch unsere Kritik teilen könnt.

Hier ist sie also: Die „Mindermeinung“ Nr. 6, erschienen im Mai 2017:

Inhalt:

  • Warum die Verschärfung der §§ 113 ff. StGB jede*jeden etwas angeht
  • Hinweis: BAKJ-Sommerkongress: Das überwachte Subjekt
  • Veranstaltungshinweise


Hier als PDF lesen

Treffen: heute ausnahmsweise auswärts

Unser Treffen-Termin (siehe rechts) ist nach wie vor aktuell – und wird hier selten angesprochen. Heute allerdings treffen wir uns ausnahmsweise nicht im Autonomicum und sind stattdessen mal gemütlich im Salamanca. Nichtsdestotrotz gilt – wie immer: Wenn du interessiert bist, was wir so machen oder Lust hast, gleich mit Diskussionsthemen im Gepäck vorbei zu schauen, dann komm‘ einfach bei jedem beliebigen Treffen vorbei. Gäste sind immer willkommen!

Wahlkampf!

Auch in diesem Jahr machen wir euch zu den Uni-Wahlen ein Angebot, dass ihr nicht ablehnen könnt. (Wirklich nicht!)

Zu unseren Plakaten: (mehr…)

Veranstaltungstipp: Mo. 5.12.: Fritz Bauer — Lesung und Gespräch mit Ronen Steinke

Die OLAfA veranstaltet ab 19:00 im Jungen Theater im Rahmen der Reihe Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus (2016/17) eine Lesung mit Ronen Steinke. Aus der Ankündigung:

Fritz Bauer, 1903 in Stuttgart geboren, erfährt früh den Antisemitismus des Kaiserreichs am eigenen Leib. Als Jude und überzeugter Sozialdemokrat wird er 1933 von den Nazis verhaftet und mehrere Monate im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert, bevor er 1936 zunächst ins dänische und 1943 wegen der Deportationen dänischer Jüdinnen und Juden ins schwedische Exil geht.
Zurück in Deutschland kämpft er nach 1949 als Staatsanwalt unermüdlich für die Auseinandersetzung der Deutschen mit ihrer Nazi-Vergangenheit. Zu einer Zeit, in der die Justiz von braunen Seilschaften durchzogen ist, kooperiert er mit dem Israelischen Geheimdienst, was zur Festnahme Adolf Eichmanns führt, und setzt den großen Frankfurter Auschwitz-Prozess durch. Dabei wird auch seine eigene persönliche Geschichte zum Politikum.

Ronen Steinke schildert eindrucksvoll Bauers Biografie, die nach seinem Tod 1968 für lange Zeit in Vergessenheit geriet.

Einige von uns werden sicher auch dort sein!

Einsteiger*innen-Abend am Mi. 23.11.

Natürlich seid ihr bei jedem unserer Treffen herzlich willkommen. Aber weil es schöne Tradition ist, einen Abend explizit zum Einsteiger*innen-Abend zu erklären, laden wir euch ganz besonders diesen Mittwoch ein:

Schaut vorbei! Wenn es zu voll wird im Autonomicum, dann verkrümeln wir uns vielleicht an einen ruhigeren Ort. Dann lassen wir aber einen Zettel da, auf dem steht, wo wir den Rest des Abends lang zu finden sind – für den Fall, dass ihr später noch dazu kommen mögt.

Treffen im Wintersemester 2016/17

Die Tage werden kürzer, die ToDo-Listen werden länger: Das neue Semester hat begonnen. Dieses Semester haben wir den Termin für unser wöchentliches Treffen auf den Mittwoch verlegt: Die Treffen finden also immer Mittwochs, 18 Uhr, im Autonomicum (Freiraum im EG des Blauen Turms) statt. Alle interessierten Menschen sind herzlich eingeladen, uns dort zu besuchen. Achtung: manchmal dauert es auch fünf Minütchen, bis wir da sind. Und manchmal beschließen wir auch, uns dort zu verkrümeln, wenn es zu laut wird. Wenn ihr aber vor 18:15 Uhr da seid, dann solltet ihr uns immer erwischen. Hin und wieder fällt es auch mal aus. Entweder, weil es wirklich ausnahmsweise niemandem passt – oder weil wir einen anderen Termin so spannend finden, dass wir lieber dorthin gehen. So etwas erfahrt ihr (hoffentlich) hier auf der Homepage.