Treffen heute (Mi. 15.11.): abgesagt

Hin und wieder kommt uns ja etwas dazwischen: Heute ist so ein Tag. Recht kurzfristig haben viele beschlossen, dass eine Veranstaltung der BG Medizin sehr spannend ist. Blöderweise ist die genau zu unserem Termin um 18 Uhr. Aber manchmal kommt es eben so. Deshalb fällt heute unser Treffen aus und wir sind stattdessen bei der Podiumsdisskusion ‚Pränataldiagnostik‘ – kommt doch auch vorbei!

Aus der Ankündigung der BG Medizin:

Mittwoch, 15. November | 18:00 Uhr | Uniklinikum Göttingen Osthalle
Basisgruppe Medizin Göttingen

Viele denken beim Stichwort „Pränataldiagnostik“ zuerst an Präimplantationsdiagnostik im Rahmen einer künstlichen Befruchtung. Allerdings ist Pränataldiagnostik im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen weit verbreitet und wird flächendeckend in gynäkologischen Praxen angeboten. Ein Beispiel der Tripple-Test zur Detektierung einer Trisomie 21. Ein „auffälliges“ Ergebnis nach einer der scheinbaren Routineuntersuchungen zieht eine Kaskade von Untersuchungen nach sich. Am Ende können Schwangere vor der Entscheidung eines Schwangerschaftsabbruchs stehen. Viele Frauen entscheidet sich gegen die Fortsetzung einer Schwangerschaft, wenn bei dem Fetus eine Trisomie 21 diagnostiziert wurde. Die Indikation zum Schwangerschaftsabbruch wird aufgrund der mütterlichen (psychischen) Gesundheit gestellt. Der Abbruch ist somit theoretisch in jeder Phase der Schwangerschaft möglich. Rechtskonservative Gruppierungen nutzen diesen Umstand, um die Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen grundsätzlich anzugreifen. Sie bezeichnen sich dabei selbst als „Lebensschützer“ und setzen Abtreibungen mit Mord gleich. Feministische Ansätze greifen mit dem alleinigen Verweis auf die körperliche Selbstbestimmung oft zu kurz, um ihnen wirkungsvoll etwas entgegensetzen zu können. VertreterInnen der Behindertenbewegung kritisieren hierbei zu Recht, dass die Wertmaßstäbe, anhand derer sich für oder gegen die Austragung einer Schwangerschaft entschieden wird, keine individuellen sind, sondern gesellschaftlich vorgegeben sind – entsprechend müssen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen „Behinderung“ als etwas unbedingt Abzuwendendes gesehen wird, mit kritisiert werden.

Anhand einer Podiumsdiskussion wollen wir einen genaueren Blick auf das Thema werfen. Als Referentin haben wir die feministische Autorin und Soziologin Kirsten Achtelik eingeladen, die sich mit den Berührungspunkten sowie den Spannungsfeldern der Frauen- und der Behindertenbewegung beschäftigt. Außerdem werden der Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums, Professor Knut Brockmann, Uwe Bretthauer, Vertreter des Vereins „Flügelschlag – für das neurologisch kranke Kind e.V.“, Dr. Petra Blankenstein, Vertreterin des Vereins „LEONA – Verein für Eltern chromosomal geschädigter Kinder e.V.“ sowie Professor Bernd Wollnik, Leiter des Instituts für Humangenetik der UMG zu Gast sein und ihre jeweils eigenen Blickwinkel auf das Thema darstellen.

Wir freuen uns gemeinsam mit unseren DozentInnen und interessierten BesucherInnen in eine fundierte und spannende Diskussion einzusteigen.


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